Wir suchen Nachfolger

Wir suchen Nachfolger

Liebe Besucherinnen und Besucher,
ja, so wunderschöne Orden wie der Kaiser-Wilhelm Nr.1 haben wir auch (allerdings aus ganz anderen Gründen). Gut, aber so alt wie er (91), sind wir glücklicherweise noch nicht - und das genau ist der Grund für unser derzeitiges Anliegen - denn wir sind ihm dicht auf den Fersen.

Wir, das sind 21 ehrenamtlich tätige Mitarbeiter*innen des gemeinnützigen Vereines MObiLO e.V.. Einige von uns sind dort nun schon seit 20 Jahren  tätig. Allerdings sind wir dabei auch 20 Jahre älter geworden und es ist nun unser Anliegen. Wir möchten Nachfolger finden, die sich eine Mitarbeit in unserem Projekt
vorstellen können. Wer das allerdings sein könnte und wie wir unsere erfolgreiche und auch sehr befriedigende Tätigkeit auch erfolgreich bei Außenstehenden anbieten könnten - der Wert ehrenamtlicher Tätigkeit lässt sich ja nicht in Euro oder Clicks ausdrücken - wissen wir noch nicht.

Vielleicht ja mal so: Die Zeit, in der sich barmherzige Fürsorger*innen selbstlos um die armen Seelen der Normalgesellschaft kümmerten, ist in unserem Arbeitsverständnis Vergangenheit. Wir sehen sowohl in der Hilfebedürftigkeit der Einen und Normalgesellschaft der Anderen einen Zusammenhang. Klar ist, dass der Hilfebedürftige einen Anspruch auf Hilfe hat, weil er ja nicht aus freien Stücken hilfebedürftig geworden ist und dass der ehrenamtlich Tätige, wenn er nicht von den Normalbürgern für seine Tätigkeit in Euro belohnt wird, längerfristig etwas anderes dafür bekommen oder davon haben muss. Was aber könnte das sein?

Was uns jedenfalls schon so lange an der Arbeit im TurmCafé hält und immer noch fasziniert ist Vieles und gleich schon mal auf den ersten Blick der erhabene Blick von diesem "schönsten Arbeitsplatz der Welt", wie er oft genannt wird. Es ist der historische Blick vom Spiegelslustturm hinunter auf die Stadt und darüber hinweg, über so viele Horizonte und manchmal auch über die Eigenen. Eine Position, an der auch der Alltagsstress mitunter wie von selbst von einem fällt und der Blick frei wird für die größeren Zusammenhänge und das Wesentliche.

Aber das ist natürlich nicht alles. Das Projekt TurmCafé ist darüber hinaus auch ein Ort der fast unbegrenzten kreativen Möglichkeiten. Wir sind 21 ehrenamtliche und 10 in Brot und Lohn stehende Mitarbeiter*innen. Darüber hinaus 70 Vereinsmitglieder und haben mindestens ebenso viele Stammgäste. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Verein eine große Beziehungsgemeinschaft, in die sich Mann oder Frau durch Mitarbeit integrieren und sich wie in einer Großfamilie als "Familienmitglied" erleben kann. 

Hinzu kommen die hohen Besucherzahlen unseres TurmCafés. Sie zeugen sowohl von der Beliebtheit des Ortes Spiegelslust als auch unserer Angebote für unsere Nutzer. Dies sind unser Café-Betrieb, die Möglichkeit der Turmbesteigungen, die Vermietungen für Familien- und Privatfeiern, unsere monatlichen Brunchs sowie unser Café als öffentlichen Trauraum zu nutzen und 'least not last' unsere Kulturveranstaltungen.

In all diesen Bereichen besteht die Möglichkeit der sofortigen Mitarbeit und auch längerfristigen allmählichen Einstiegs. Nicht zuletzt gibt es auch noch den handwerklichen Bereich, in dem stets Bedarf an nötig gewordenen Reparaturen, Renovierungen, Verbesserungen und auch der Entwicklung neuer Projekte besteht.

"Ja und wo bleiben dann die gemeinnützige Tätigkeit an der Zielgruppe?" Unser hohes Ziel ist die Bereitstellung von Arbeitsplätzen für Menschen, die durch psychische Belastungssituationen weniger belastbar sind als Andere. Da eine wirkliche Reintegration nach unserer Ansicht aber nur über einen realen Arbeitsplatz erfolgreich sein kann, sehen wir
in dieser Bereitstellung die Grundlage unserer sowohl integrativen als auch inklusiven Zielsetzung.

Im Gegensatz zu klinischen oder Betreuungseinrichtungen versuchen wir deshalb nicht die Reintegration durch Betreuung und therapeutische Gespräche, sondern durch Zusammenarbeit zu erreichen. Es geht vom Grundansatz her dabei immer um die Bewältigung der Realität innerhalb der alltäglichen Aufgaben des TurmCafé-Betriebs. Die Integration geschieht in sofern indirekt und sozusagen "nebenher" und ganz konkret bei der alltäglichen Bewältigung der realen Probleme des Cafébetriebs. Natürlich bedeutet dies, dass auch der ehrenamtlich Tätige an dieser Bewältigung der Alltagsprobleme beteiligt ist und deshalb immer auch selbst partizipiert und davon profitiert.

Ja und nun noch einmal zu Ihnen. Da Sie sich ja schon mal bis hier durch den Text gekämpft haben -
Schreiben Sie uns doch mal was Sie zu unserem Angebot denken und ob Sie sich vielleicht eine vorsichtige Kontaktaufnahme mit uns unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.  vorstellen könnten. Natürlich wäre das erst mal ganz unverbindlich im Sinne von "Schnupperkurs" vielleicht, den man oder frau ja auch jederzeit und auch ohne Erklärung wieder beenden kann.

Wir würden uns so oder so sehr freuen, denn auch ein flüchtiges Interesse macht Hoffnung, nämlich auf weitere Interessent*innen und damit auch auf Zukunft.

Mit freundlichem Gruß,
Lutz Götzfried 
Mitglied und Initiator des Projektes MObiLO e.V.