Schwarze Romantik

Schwarze Romantik

Nosferatus Schatten
Lesung: Mit Dr. Rainer Zuch und musikalischen Einspielungen 
Am So., 22.11.26, 17.00 Uhr im TurmCafé auf Spiegelslust

Eintritt frei  (Sammelbüchse kommt vorbei) 
Keine Reservierungen
Idee & Organisation: Andreas Wagner
Layout: Lutz Götzfried

 
Schwarze Romantik – auch bekannt als Schauerromantik oder Gothic Romanticism – sie bildet das düstere Fundament, auf dem das moderne Horrorkino fußt. Ihre Faszination für das Abseitige, das Übernatürliche, den Tod und die Abgründe der menschlichen Psyche fand in Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilm-Meisterwerk „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (1922) ihre ultimative visuelle Entsprechung. Bis heute prägt diese unheilvolle Verbindung das Kino, wie zuletzt die gefeierte Neuinterpretation durch Robert Eggers beweist.

Die Epoche: Was ist Schwarze Romantik?
Als Gegenbewegung zur rationalen Aufklärung rückte die Schwarze Romantik das Irrationale in den Fokus. Die Kunstwelt wurde von Albträumen, Melancholie, Wahnsinn und Dämonen beherrscht. Berühmte Maler wie Johann Heinrich Füssli (mit dem ikonischen Gemälde Der Nachtmahr) oder Francisco de Goya lieferten die visuellen Blaupausen für das, was ein Jahrhundert später auf der Leinwand Angst und Schrecken verbreiten sollte.
 
Das Ur-Grauen: Nosferatu (1922)
Murnaus Klassiker ist im Kern die filmische Vollendung der Schauerromantik. Obwohl die unautorisierte Verfilmung auf Bram Stokers Roman Dracula basiert, entfernte sich Murnau von der Struktur des viktorianischen Romans und tauchte tief in die deutsche Naturmystik und Okkultismus-Tradition ein. 


Schwarze Romantik im Turmcafé
aw17.9.26
Passend zum wuchtigen Turm im herbstlichen Buchenwald finden im Turmcafé ab 18.10.26 die Wochen der schwarzen Romantik statt.
Bei Kaminfeuer, heißem Getränk und Kuchen gibt es Lesungen und Musik. Beim Einführungsvortrag am Sonntag um 17°° von Jana Schreiber und Dr. Rainer Zuch wird über die schwarze Romantik und ihre popkulturellen Resonanzen erzählt, incl. einiger Musikbeispiele. Das „Varietéprogramm“ am 2.11 und 7.12.26 jeweils um 16°° zum Thema „Café con Leche“ bietet Verschiedenes aus alter und neuer dunkler Romantik mit Klavierbegleitung.

Und am 22.11.26 um 17°° liest Dr. Rainer Zuch aus „Nosferatus Schatten“ mit Hintergründen zu dem legendären Film von 1922.
Eingerahmt wird das Thema durch Angelika Schönborns dunkelromantische Fotografie und das besondere Caféhaus-Ambiente im Marburger Spiegelslustturm. Manchmal ist auch der Turmgeist zu hören.

Andreas Wagner