Varieté I
Mit Liviana Holland, Andreas Wagner, Lutz Götzfried...
Am Piano: Barbara Krzensk
Eintritt frei (Sammelbüchse kommt vorbei)
Keine Reservierungen
Layout: Lutz Götzfried
Moritat und Schwarze Romantik:
Sie haben eine deutliche Schnittmenge, allerdings auf verschiedenen kulturellen Ebenen. Während die Moritat aus der Volks- und Jahrmarktskultur stammt, ist die Schwarze Romantik eine literarische Strömung der Hochkultur. Die Verbindung zwischen beiden lässt sich über thematische Parallelen und gegenseitige Beeinflussung erklären:
Sowohl Moritaten als auch Werke der Schwarzen Romantik teilen eine Faszination für das Makabre, Abseitige und Schaurige. Die Moritat (oft abgeleitet von „Mordtat“) ist ein erzählendes Lied, das von Bänkelsängern auf Jahrmärkten vorgetragen wurde. Sie schilderte mit Vorliebe Räubergeschichten oder spektakuläre Unglücke. Die Schwarze Romantik blickt ebenfalls in diese menschlichen Abgründe, thematisiert Melancholie, Wahnsinn, Verbrechen, das Unheimliche und den Tod - aber, im Gegensatz zur Moritat, ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben.
Schwarze Romantik im Turmcafé aw17.9.26
Passend zum wuchtigen Turm im herbstlichen Buchenwald finden im Turmcafé ab 18.10.26 die Wochen der schwarzen Romantik statt.
Bei Kaminfeuer, heißem Getränk und Kuchen gibt es Lesungen und Musik. Beim Einführungsvortrag am Sonntag um 17°° von Jana Schreiber und Dr. Rainer Zuch wird über die schwarze Romantik und ihre popkulturellen Resonanzen erzählt, incl. einiger Musikbeispiele. Das „Varietéprogramm“ am 2.11 und 7.12.26 jeweils um 16°° zum Thema „Café con Leche“ bietet Verschiedenes aus alter und neuer dunkler Romantik mit Klavierbegleitung.
Und am 22.11.26 um 17°° liest Dr. Rainer Zuch aus „Nosferatus Schatten“ mit Hintergründen zu dem legendären Film von 1922.
Eingerahmt wird das Thema durch Angelika Schönborns dunkelromantische Fotografie und das besondere Caféhaus-Ambiente im Marburger Spiegelslustturm. Manchmal ist auch der Turmgeist zu hören.
Andreas Wagner